Seit Samstag bin ich nun zurück in Deutschland. Beinahe eine Woche.

Gegen Ende der Reise habe ich es einfach nicht mehr geschafft zu bloggen. Hauptsächlich, weil ich die kostbare kurze Zeit dort so gut wie möglich nutzen wollte! Daher hier ein Nachtrag über meine Zeit in Schweden und meine Zeit seither.

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01.01.2018
An Neujahr waren wir wandern und haben eine kleine Stadt in der Nähe von Älvsbyn besucht. „Boden“ hieß sie. Es war schön dort. Wir sind an einem See oder Fluss entlang gegangen, der komplett zugefroren war und sind dann mitten durch den Schnee eine kleine Böschung hochgekraxelt, um zurück zur Straße und zu unseren Autos zu gelangen. Eigentlich waren es nur 10 Meter durch den Tiefschnee, aber wir haben trotzdem eine gefühlte Ewigkeit gebraucht, um da hoch zu kommen, weil man immer bis über die Knie im Schnee versunken ist. Es war echt toll!

02.01.2018
Am 2. Januar haben wir ein wenig die Stadt Älvsbyn und die Einkaufsmöglichkeiten erkundet. Es gab ein paar Boutiken und einen Second Hand Shop. Nachdem ich am Tag zuvor in Boden ein paar gebrauchte samische Schnabelstiefel gesehen hatte, hatte ich gehofft ähnlich traditionelle Kleidung auch im Second Hand Shop in Älvsbyn zu sehen. Tatsächlich gab es auch solche Stiefel, allerdings leider nicht in meiner Größe. Schade! Denn im Internet kosten solche Schuhe gerne 300-400€, während man gebraucht natürlich viel weniger bezahlt!
Abends sind wir dann noch nach Jokkmokk gefahren und haben auf dem Weg dorthin unsere ersten Rentiere auf der Straße gesehen, die sofort weggehüpft sind. Das war echt cool und am meisten gefallen hat mir der Weg dorthin. Die Straßen waren einfach komplett verschneit und man ist eine gefühlte Ewigkeit nur durch tief eingeschneite Wälder gefahren. Um uns herum nichts als Stille und Dunkelheit! Ich habe noch nie im Auto gesessen und eine solch magische Stimmung gefühlt. Es war wirklich einmalig!

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03.01.2018
Am 3. Januar sind wir nach Luleå gefahren. Dort konnten wir auf der zugefrorenen Ostsee zu einer kleinen Insel laufen. Unglaublich oder? Ich bin tatsächlich über die zugefrorene Ostsee gelaufen!!! 😀
Was zunächst einmal nach einem absolut verrückten Vorhaben klingt, wird weniger merkwürdig, wenn man den Kontext kennt. Dort oben im hohen Norden friert die Ostsee jedes Jahr zu und ab einer Eisdicke von 45cm wird der Schnee auf dem Eis geräumt (ja, ist wirklich so!) und die so entstandene Straße freigegeben für Fußgänger, Fahrradfahrer und Schlittschuhläufer.
Auch wir haben teilweise Schneeräumfahrzeuge gesehen, da es in den Tagen zuvor relativ viel geschneit  hatte und daher viel Schnee geräumt werden musste.

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Aber was noch viel zauberhafter war als das Eis, der Schnee und die verrückte Idee auf der Ostsee zu wandeln, war die Sonne! Das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit und einer tatsächlichen Spanne von mehr als einem Monat habe ich die Sonne gesehen. Und es war so ein schönes Gefühl! Sie stand nicht hoch am Himmel, nur knapp über dem Horizont und schien in den schillerndsten Farben! DasLicht war rot, rosa, gelb, leicht orange und vielleicht auch ein bisschen lila? Es ist schwer zu sagen, aber es war ganz anders als hier in Deutschland! Viel sanfter und gleichzeitig kraftvoller. Denn erst wenn man die Sonne so sehr vermisst fängt man an ihre Macht erst richtig zu spüren. Wie zart und sanft dieses erste Licht der Wintersonne war. Einfach unbeschreiblich schön!0501-2018-0714353156776305462087150898.jpeg

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Abends haben wir dann versucht den freien Himmel zu nutzen und die Nordlichter zu sehen und sind dafür wieder fast bis nach Jokkmokk gefahren. Allerdings hat man „nur“ den wunderschönen klaren Nachthimmel und den beinahe vollen Mond gesehen und keine Polarlichter. Schade, aber allein der klare Sternenhimmel war den Ausflug wert! Ab und zu blitzten sogar ein paar Sternschnuppen über den Himmel.

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04.01.2018
Der letzte Tag in Schweden diente hauptsächlich den Vorbereitungen für die Heimfahrt. Ich habe meinen Koffer gepackt und war noch ein letztes Mal im Supermarkt einkaufen. Dort habe ich ein paar typisch schwedische Lebensmittel bzw Getränke besorgt, die ich nun zu Hause genießen kann, während ich an die wunderschöne Zeit in Schweden zurückdenke.

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So viel nun zu Schweden. Jetzt bin ich ja längst wieder in Deutschland. In dieser Woche habe ich endlich angefangen Vollzeit zu arbeiten, nachdem ich vorher noch mein Studium abgeschlossen hatte. Die Arbeit macht mir wahnsinnig viel Spaß und ich freue mich mega in einem so kompetenten und freundlichen Team zu arbeiten. Trotzdem bin ich noch jeden Abend hundemüde ins Bett gefallen. Ich schätze das gehört einfach dazu am Anfang. Außerdem muss immer noch sooooo viel gemacht werden für die Wohnung. Immer noch stehen Kisten rum und es fehlen Schränke für deren Inhalt! Ich denke aber, dass sich das mit der Zeit noch geben wird. Jetzt freue ich mich erstmal aufs Wochenende, wo ich wieder wandern gehen werde. Jetzt bei 30°C mehr als noch letzte Woche, was für eine Umstellung! 😀 Warm ist es aber trotzdem nicht so richtig.

Nunja, so viel erstmal von mir! 🙂 Ich wünsche euch allen da draußen eine schöne Zeit!

 

Ein Gedanke zu “Warme Gedanken über den kalten Norden

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